
Eine Frage, die Herr Pudo damals mal wieder sehr kompetent selbst für uns beantwortet hat.
Doch ehe Pudo bei uns eingezogen ist, sah das noch anders aus und für mich war sonnenklar: Ein Hund hat nix auf unserem Sofa und schon gar nichts in unserem Bett zu suchen! War ja schließlich beides noch recht neu und vor meinem inneren Auge sah ich schon alles voller Matschepfötchen und Hundehaaren. Eigentlich bin ich bei sowas nicht empfindlich, aber irgendwie wars halt so neu, so sauber und auch einfach grad schön, so wie es war. So sollte es gerne bleiben.
Tja. Und dann kam Pudo. Er war gerade mal wenige Augenblicke in unserer Wohnung, hat äussert süß seinen ersten Schatz geknabbert und einfach so lieb und so kuschelig drein geschaut, wie er da so auf unserem Teppich hockte. Vollgepumpt mit frischen Pudel-Mama-Hormonen erschien es mir einfach absurd, nicht gemeinsam mit ihm auf dem Sofa zu liegen und ihn den ganzen restlichen Abend zu bestaunen. Die Sofa-Frage war also schon bei unserem ersten, zarten Kennenlernen geklärt - Pudo hatte mich von Tag 1 gnadenlos am Wickel.
Das Bett blieb jedoch unausgesprochen weiterhin ein Thema zwischen uns. Glücklicherweise hat Pudo von sich aus einfach in seinem eigenem Bettchen neben unserem geschlafen und ich musste mich gar nicht ernsthaft mit der Frage befassen - welch Glück!
So schob ich den Gedanken erleichtert und dankbar weit von mir und habe stattdessen oft abends neben seinem Bettchen auf dem Fußboden campiert, um ihm verzückt beim einschlafen zuzusehen. Sobald er schlief, bin ich in mein eigenes Bett gekrabbelt und genoß es, von dort seinem friedlichem Schnarchen zu lauschen. So vergingen die Tage in aller Frieden mit einem hundefreien Bett. Dachte ich.
Doch eines Nachts wurde ich wach. Irgendetwas war anders, so dass ich mich irritiert aufsetzte. Und da lag er. Friedlich und zufrieden vor sich hin schnarchend in meinen Kniekehlen eingerollt und anscheinend tief ins Pudeltraumland versunken.
Ich staunte nicht schlecht, hab kurz daran gedacht, ihn rauszuwerfen - er kann ja schließlich nicht einfach so…Aber es war Pudo! Und damit für mich ehrlicherweise unverhofft arg berührend, ihn so unschuldig und arglos bei mir liegen zu sehen. Es viel mir redlich schwer, nicht durch seine weichen Locken zu streichen und ihn nur heimlich einen Moment still anzusehen. Mit wieviel Vertrauen er hier bei mir lag, dieser kleine Hund. Und wir kannten uns ja quasi noch kaum.
So habe ich mich ganz leise und vorsichtig wieder hingelegt, um meinen schlafenden Prinzen ja nicht zu wecken. Dann schläft er halt ausnahmsweise mal bei uns, dachte ich. Ich erzähle es Marcus einfach nicht und morgen sehen wir dann weiter.
Doch als ich am nächsten Morgen aufwachte, lag der Tiger wie eh und je in seinem eigenen Bettchen, als wäre nichts gewesen. Du Schlingel, dachte ich mir staunend und ahnte, was los war… Und ich sollte Recht behalten. Denn auch in der nächsten Nacht schnarchte es leise an meinen Kniekehlen vor sich hin. Und wieder stahl er sich vor dem Morgengrauen heimlich zurück in sein Bett, ehe wir wach wurden. Wie lange hatte der Tiger wohl schon heimlich bei uns genächtigt, ohne das wir je etwas davon mitbekommen haben?
Ich glaube, für Pudo war es einfach schon damals geritzt und sonnenklar, dass wir fortan zusammen gehören und eine Familie sind. Und er war so überaus höflich, mir meine Zeit zu lassen, selbiges zu verstehen.
Nun - fürwahr. Schon damals und bis heute ist Pudolinchen mir im Erkennen von wirklich wichtigen Dingen immer einen entscheidenden Schritt voraus. Und ich gebe zu - Pudo hat immer Recht!
Selbstverständlich also schläft ein kleiner, lockiger Hund mit in unserem Bett. Jawohl!
