
Die Tage hat mich eine Freundin gefragt, ob ich mir für die Zukunft „leichtere“ Hunde wünschen würde, sollten meine beiden jemals irgendwann sterben.
Die Frage hatte es in sich für mich. Denn was heißt eigentlich „leichtere Hunde“?
Was sie damit meinte, war mir allerdings schon klar. Halt Hunde, die mir meinen menschlichen Alltag ein wenig leichter und unkomplizierter ermöglichen, als es mit meinen beiden der Fall ist.
Und je länger ich drüber nachdachte, desto klarer wurde meine Antwort in meinem Kopf: Ich glaube kaum, dass sich durch Hunde mit weniger Themen an Board irgendetwas in meinem Tun oder Leben ändern würde.
Es bestünde zwar vermutlich weniger die Notwendigkeit, Dinge so zu gestalten. Aber tun würde ich es trotzdem. Vielleicht wäre es mit „leichten“ Hunden sogar ein bisschen schwerer.
Mir ging es bei meinen beiden schon immer darum, heraus zu finden, wie sie leben wollen. Was ihnen wichtig ist, was ihnen Spaß macht und wie sie sich ihr Leben vorstellen. Nie darum, dass unser gemeinsamer Alltag unkompliziert ist.
Vermutlich fallen mir auch deshalb Begriffe wie „Besitzer oder Frauchen“ schwer und ich umgehe es lieber mit Sätzen „bei mir leben, zu meiner Familie gehören“. Am ehesten nenne ich mich noch „Mama“. Einfach, weil mir das Abhängigkeitsverhältnis schwer fällt, weil ich die Hierarchie eines Besitzers oder Frauchens im Kontext zu meinen Hunden nicht ertragen kann.
Pudolinchen wäre theoretisch gewiss ein „leichter“ Hund. Jemand, der sich meinem Alltag anpassen würde. Der mich mit ins Büro oder sonst wohin begleiten würde, sich zurück nehmen und brav warten würde und überhaupt überall seine Erwartungen an sein Leben zurück schraubt, solange er nur bei mir sein kann.
Moka würde all dies nie machen. Moka ist ein Hund, der all sowas aufwändigst lernen müsste und vieles niemals schaffen könnte. Ein Hund, der einen zwingt, genau hinzuschauen und das eigene Leben an seine Bedürfnisse und Fähigkeiten anzupassen.
Aber hat nicht auch ein Hund wie Pudo das Recht darauf, dass ich genau hinschaue? Dass ich mein Tun hinterfrage, überlege, ob er auch so leben wollen würde? Dass ich stets genau hinhöre, was er eigentlich möchte, wie er sich seinen Alltag vorstellt? Dass ich ihn aus vollem Herzen ermutige, sein Leben selbst zu gestalten und munter den eigenen Bedürfnissen zu folgen?
Nein, auch wenn meine Hunde nicht wären, wie sie sind. Ich würde immer, immer alles daran setzen, dass sie sich trauen, eigene Entscheidungen zu treffen. Dass sie sich einen Alltag einrichten, der ihren eigenen Vorstellungen von einem gelungenen Tag entspricht. Es ist schließlich ihr Leben, nicht meines.
Das bedeutet für mich, auch in allerletzter Konsequenz auf sie und ihre Bedürfnisse zu achten, ihnen den Raum dafür zu geben und vor allem die Gewissheit für sie zu schaffen, dass sie mit allem, was sie ausmacht, gesehen und als eigenständige Person ernst genommen werden.
Und deshalb werde ich niemals „leichte“ oder „komplizierte“ oder „unkomplizierte“ Hunde haben, die Platz in meinem Leben bekommen, sondern immer nur ein gemeinsames Leben mit ihnen in einer bunten Familie führen - das ist für mich ein wichtiger Unterschied.